Streuobstwiesen gehören zu den wertvollsten Teilen unserer Landschaft. Sie bieten vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Uns Menschen erfreut im Frühjahr die Blütenpracht und im Herbst das
leckere Obst.
Da Obstwiesen in den vergangenen Jahrzehnten im Kreis Heinsberg stark zurückgegangen sind, hat die NABU-Naturschutzstation 2002 und 2003 kreisweit die Streuobstwiesen erfasst. Es wurden noch sehr
viele Bestände gefunden, einige davon mit einer großen Zahl alter Bäume. Viele Obstbäume waren aber in einem schlechten Zustand. Die NABU-Naturschutzstation möchte daher in einem vom
Landschaftsverband Rheinland geförderten Projekt die Pflege alter Obstwiesen unterstützen und die Verwertung des Obstes fördern. Schließlich ist die Nutzung des Obstes, auch als Grundlage von
Saft, Gelee und Obstkraut, der beste Grund, Obstwiesen zu erhalten.
Dazu bietet die NABU-Naturschutzstation den Besitzern alter Obstwiesen an, sie beim Schnitt ihrer Bäume zu unterstützen. Durch einen sachgerechten Schnitt wird die Stabilität der Bäume erhöht,
sie tragen länger, bringen einen höheren Obstertrag und lassen sich besser beernten.
Als Anregung zum Erhalt der Obstwiesen hat die NABU-Naturschutzstation zwei Obstpressen angeschafft, die an Privatpersonen und Institutionen verliehen werden. Damit können kleine Mengen Äpfel und
Birnen von Hand gemahlen und gepresst werden. Beim Historischen Begegnungsfestival am 7.9. in Waldfeucht kamen die neuen Handpressen erstmals zum Einsatz.
Am 26.9. und am 16./17.10. hat auf dem Hof der NABU-Naturschutzstation Versaftung im großen Maßstab mit einer mobilen Saftpresse stattgefunden. Nach Voranmeldung konnte jeder bis zu 300 kg Äpfel
pressen lassen. Der Saft wurde sofort pasteurisiert und in 5 l-Gebinde abgefüllt. Darin ist er ungeöffnet zwei Jahre und nach Anbruch 8 Wochen haltbar.
Im Rahmen dieses und des folgenden Projektes wurde ein Haus Wildenrath eine Obstsortenausstellung eingerichtet, die noch bis Mitte November von Montag bis Samstag um 10-17 Uhr zu besichtigen ist.
Mehr als 50 Apfel- und wenige Birnensorten zeigen die Vielfalt des heimischen Obstes. Die Ausstellung ist frei zugänglich. Zum Ausleihen der Handpressen ist eine Voranmeldung unter 02432-902741
notwendig.