Die Biologische Station im Kreis Heinsberg: Die NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath
Steckbrief (Stand: 10/10)
| Wirkungsbereich |
Kreis Heinsberg, Stadt Mönchengladbach |
| Stationssitz: |
Seit 2003 auf „Haus Wildenrath“ |
| Gegründet: |
2001 als „projektgeförderte NABU-Naturschutzstation“ |
| Träger: |
Naturschutzbund Deutschland - NABU |
| Mitglieder des Trägervereins: |
NABU Landesverband NRW NABU Kreisverband Heinsberg NABU Stadtverband Mönchengladbach (ab 2004) NABU Ortsgruppe Wegberg NABU Ortsgruppe Geilenkirchen/Übach NABU Rode-, Saeffel- u. Kitschbachtal |
| Delegierte: |
Jeweils zwei Vertreter aus den Mitgliedsverbänden |
| Vorstand: |
Setzt sich aus den Mitgliedern des Trägervereins zusammen |
| Hauptamtliche Mitarbeiter: |
3 (Beschäftigungsumfang: 2 x 80 %, 1 x 50 %) Die hauptamtlichen Mitarbeiter werden durch ehrenamtliche Kräfte, Honorarkräfte, Praktikanten, usw. unterstützt |
Geschichte
Schon vor vielen Jahren bemühte sich der ehrenamtliche Naturschutz, federführend der Naturschutzbund (NABU), um die Einrichtung einer Naturschutz- bzw. einer Biologischen Station
im Kreis Heinsberg. Immer wieder wurde Kontakt mit Politikern sowie mit den zuständigen Behörden aufgenommen und Dutzende von Gesprächen geführt. Leider waren diese Bemühungen zunächst vergebens.
Zuletzt ist 1999 vom Kreistag Heinsberg die Einrichtung einer institutionell geförderten Biologischen Station aus finanziellen Gründen abgelehnt worden. Aus Naturschutzsicht war diese
Entscheidung ein herber Rückschlag, zumal viele Aufgaben für die im Kreis Heinsberg tätigen Naturschutzverbände ehrenamtlich nicht mehr zu schaffen waren.
Im Jahre 2001 hat daher NABU selbst die Iniative ergriffen und eine projektgeförderte „NABU-Naturschutzstation“ gegründet.
Wer die Entwicklung der Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren beobachtet hat, weiß sicherlich, dass der Kreis Heinsberg bis dato einer der wenigen Kreise in NRW war,
wo bisher eine solche Einrichtung fehlte. Die 2001 ins Leben gerufene NABU-Naturschutzstation hat daher gleichzeitig auch die bis dahin bestehende Lücke im landesweiten Netzwerk der Biologischen
Stationen geschlossen.
Organisation
Träger der Station sind die drei im Kreis Heinsberg aktiven NABU-Ortsgruppen Geilenkirchen, Rode-, Saeffel- Kitschbachtal, Wegberg, der NABU-Landesverband Nordrhein-Westfalen, der
NABU-Kreisverband Heinsberg und - seit dem Jahr 2004 -der NABU Stadtverband Mönchengladbach.
Aufgaben
Grundsätzlich unterstützen und ergänzen die Naturschutzstationen bzw. die Biologischen Stationen die Arbeit des ehren- und hauptamtlichen Naturschutzes. Die Stationen verstehen
sich als Bindeglied zwischen Naturschützern und Naturnutzern (z. B. Land- und Forstwirtschaft).
Der Aufgabenkatalog einer Biologischen Station umfaßt grundsätzlich:
Tätigkeiten im Kreis Heinsberg
Gebiete mit der größten Artenvielfalt bilden die teilweise heute schon als Schutzgebiet ausgewiesenen Wald-, Moor-, Feucht- und Heideflächen sowie die Flußauen im Kreis Heinsberg.
Allerdings bedürfen viele dieser Gebiete intensive Pflegemaßnahmen um sie zu erhalten. So müssen z. B. Heideflächen regelmäßig abgeplaggt bzw. beweidet werden, Feucht- und Heidemoorkomplexe von
unerwünschten Bewuchs freigestellt werden. Weiterhin ist das Entwicklungspotential vieler Gebiete bei weitem noch nicht ausgeschöpft, ein Konzept für die Besucherlenkung fehlt fast überall.
Fachliche und organisatorische Betreuung von vorhandenen und geplanten Schutzgebieten, Erstellung und Überarbeitung von Pflege- und Entwicklungsplänen, Durchführung von notwendigen Pflege- und
Entwicklungsmaßnahmen sind wichtige Tätigkeitsfelder der Naturschutzstation im Kreis Heinsberg.
Der Kreis Heinsberg ist in großen Teilen landwirtschaftlich geprägt. Aufgrund der guten Böden wird die Landwirtschaft sehr intensiv betrieben, was in vielfacher Hinsicht zu Problemen für den
Naturschutz geführt hat. Im Rahmen der Flurbereinigung wurden z. B. die vormals reich gegliederten Parzellen zu „Agrarwüsten“ ohne trennende Strukturen, was zum Verlust vieler Feldflur- typischer
Tier- und Pflanzenarten führte. Einer der Schwerpunkte der Naturschutzstation im Kreis Heinsberg bilden daher die Tiere und Pflanzen der Feldflur. So ist z. B. seit dem Jahr 2002 das
Artenhilfsprogramm „Feldhamster“ fester Aufgabenbereich der Station.
Durch eine gezielte Information der Landwirte, z. B. über die verschiedenen Förderprogramme (wie z. B. das Kulturlandschaftsprogramm, Ackerrandstreifenprogramm, Förderung des ökologischen
Landbaues, etc.) sowie durch Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer soll zumindest ein Teil der ursprünglichen Tier- und Pflanzenarten bei uns gehalten werden.
Wichtiges Aufgabenfeld der Station ist gleichfalls die Umwelt- bzw. Naturschutzbildung. Zur Entwicklung natur- und umweltverträglicher Verhaltensweisen bzw. eines „Naturgewissens“ reichen die
Rahmenbedingungen in der Schule oftmals nicht aus. Hier bietet sich ein andernorts bereits vielfach bewährtes Umweltbildungszentrum als außerschulischer Lernort an, eigenständig und in
unmittelbaren Kontakt Natur und Umwelt zu entdecken und zu (be)greifen.
Finanzierung
Das Jahr 2005 war für die Biologischen Stationen ein Jahr des finanziellen Umbruchs. In diesem Jahr wurde die Stationsfinanzierung komplett auf die Förderrichtlinie Biologische Stationen NRW
(FöBS) umgestellt. Die Stationen haben nun alle einen Gesamthaushalt (in sehr unterschiedlicher Höhe), der in Abstimmung mit dem Kreis Heinsberg als lokaler Naturschutzbehörde und der
Bezirksregierung Köln auf die verschiedenen Stationsprojekte verteilt wird. Aufgrund von Kürzungen der Naturschutzmittel im Landeshaushalt sind jedoch alle Stationen mit deutlich sinkenden
Landeszuschüssen konfrontiert. Dabei ergibt sich für die Heinsberger Station das Problem, dass sie noch im Aufbau und der Haushalt im Vergleich zu anderen, 15 und mehr Jahre laufenden Stationen,
sehr klein ist. Weitere Kürzungen stehen in den nächsten Jahren bevor. Die Verantwortlichen müssen sich aber fragen lassen, ob eine Station mit drei Teilzeitkräften überhaupt weiter geschwächt
werden kann, ohne den effektiven Betrieb unmöglich zu machen.
Vorstand
Der Vorstand der NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath setzt sich aus den Vertretern der Trägerorganisationen zusammen und wurde von der Mitgliederversammlung des Trägervereins
gewählt. Der Vorstand ist ehrenamtlich tätig.
Vorsitzende: Carla Glashagen, Übach-Palenberg
Stellv. Vorsitzender: Theo Reinartz, Geilenkirchen
Stellv. Vorsitzender: Oliver Gellissen, Wegberg
Schatzmeisterin: Anne Helpenstein, Wegberg
Beisitzer: Axel van gen Hasselt, Mönchengladbach
Besitzer: Theo Brender, Gangelt
Mitglieder des Trägervereins:
NABU Landesverband NRW
NABU Kreisverband Heinsberg
NABU Stadtverband Mönchengladbach
NABU Ortsgruppe Wegberg
NABU Ortsgruppe Geilenkirchen/Übach
NABU Rode-, Saeffel- u. Kitschb.tal
Jedes Mitglied des Trägervereins entsendet zwei Vertreter in die Mitgliederversammlung der NABU-Naturschutzstation Haus Wildenrath e. V.
Stationssitz
Seit dem 1.1.2003 „Haus Wildenrath“, nähere Informationen hierzu unter der Rubrik „Stationssitz“.